Neues Denken in ökologischen Kreisläufen


Wäre es nicht schön, in einem wirklich nachhaltigen Haus zu leben?

Stellen wir uns ein Haus vor, das die von ihm benötigte Energie mithilfe der Sonne selbst erzeugt, Regenwasser speichern kann und das gänzlich aus Materialien aufgebaut ist, die komplett biologisch abbaubar sind. Das Haus wäre am Ende seines Lebens kompostierbar und würde so vollständig wieder in den Nährstoffkreislauf der Natur zurückgeführt werden. Stellen wir uns weiter ein Haus vor, das seinen Bewohnern ein Höchstmaß an gesundem Wohnkomfort bietet und Lebensraum für andere Lebewesen zur Verfügung stellt.

Vielleicht können wir uns sogar ein Haus vorstellen, das dazu beiträgt, die Luft zu reinigen, sauberes Wasser produziert und Nahrung selbst herstellt.

 

Wäre das nicht das Idealbild eines nachhaltigen Hauses?

 

Umweltbewußtsein muss im 21. Jahrhundert mehr sein als die Verminderung von Umweltverschmutzung oder die Bemühung, unsere menschliche Präsenz auf der Erde zu beschränken. Stattdessen brauchen wir ganz neue Denkmodelle, tiefgreifende Strategien und ganzheitliche Ansätze, um die momentane Spaltung zwischen Natur und Gesellschaft aufzuheben. Nur so wird es uns möglich sein, die Gesundheit des Planeten zu erhalten und jedem Menschen ein hohes Wohlstandswachstum zu ermöglichen.

 

Ein schöner und zugleich aufregender Lösungsansatz dafür ist das Cradle to Cradle-Design Konzept. Dieses enthält die Botschaft eines neuen ökologischen Denkens und stellt die Lösung unseres Dilemmas so unverschämt einfach vor, dass man sich fragt, warum wir da nicht schon früher drauf gekommen sind.

 

Das Konzept nimmt sich die Natur zum Vorbild, und schlägt vor, dass zukünftige Produktions- und Wirtschaftskreisläufe keine Verschmutzung und keinen Abfall mehr hinterlassen. Aus "Abfall" wird vielmehr "Nahrung".

 

Abfall im herkömmlichen Sinn wird es nicht mehr geben, da alles nur noch ökologisch/intelligent produziert wird. Unserem einzigartigen Planeten wird durch diese Produktionsweise kein Schaden mehr zugefügt. Im Gegenteil: Unsere Umwelt bekommt Nahrung zugeführt, eine Art "Intelligent Humus".

 

Das primäre Ziel besteht darin, zu gewährleisten, dass Produkte aus umweltfreundlichen und für die Gesundheit unbedenklichen Materialien hergestellt und am Ende ihrer Nutzungsdauer biologisch abbaubar oder technisch wiederverwertbar sind.

 

Auf diese Weise entsteht ein in sich geschlossener Lebenszyklus von Produkten, deren Bestandteile entweder in biologischen oder technischen Nährstoffkreisläufen zirkulieren und somit keine schädigenden Umweltauswirkungen haben. Die dafür in Frage kommenden Herstellungsverfahren beruhen auf dem Einsatz von erneuerbaren Energien und der Einhaltung von ökologisch-sozialen Grundsätzen.

 

Das ist ein vollständig neuer und visionärer Ansatz, da sich der Mensch in seinem ökonomischen Streben nicht mehr zurücknehmen muß, sondern in die Lage versetzt wird, intelligent verschwenderisch zu produzieren ohne Schaden anzurichten. Besonders im Baubereich können sich hier ganz neue Perspektiven eröffnen. Anstatt den Fokus auf immer luftdichtere Häuser mit reduzierten Fensterflächen zu richten, könnte man der Architektur wieder Raum geben, selbst erzeugte Solarenergie "verschwenderisch" nutzen und auf diese Weise nicht mehr gezwungen sein, sich ein erbittertes Wettrennen um den niedrigsten Verbrauch zu liefern.

 

Ferienhäuser werden hauptsächlich in den wärmeren Monaten des Jahres genutzt, insbesondere im Sommer. Der Einsatz von Sonnenenergie macht daher im touristischen Kontext ganz besonders Sinn. Unser Standort ist mit 2089 Sonnenstunden im Jahr die zweitsonnenreichste Gegend Deutschlands. Nur das wenige Kilometer entfernte Hiddensee liegt mit 2168 Stunden weiter vorne.

 

Wir stellen uns solarbestückte Ferienhäuser mit viel Glas vor, auf Stelzen über einer Gräserlandschaft schwebend, gebaut aus Holz und Naturmaterialien.

 

Wir stellen uns Häuser vor, in denen es ein Vergnügen sein muss, einzuatmen. Häuser die noch leben, Häuser, die noch duften, Wände, die zum Anfassen einladen. Häuser, die nach ihrem Lebenszyklus unbedenklich dem Boden, auf dem sie stehen, ausreichend Nahrung geben können, damit sich wieder neues Leben  fruchtbar entfalten kann.

 

Was liegt also näher, als die Ideen des Cradle to Cradle Konzept - Designs in unser Projekt einfließen zu lassen?